Die Feuerwehren und Rettungsdienste verzeichnen alljährlich schlimmste Verletzungen!
Wenn das Jahr dem Ende entgegen geht, ist dies für viele Menschen Anlass, den Jahreswechsel mit Kanonenschlag und Feuerwerk einzuleiten. Durch falsche Gefahreneinschätzung und unsachgemäßen Umgang mit Feuerwerkskörpern ereignen sich jedes Jahr viele Unfälle und Brände. Damit alle Menschen einen guten Start ins neue Jahr haben, beachten Sie beim Umgang mit Sylvesterfeuerwerk bitte die folgenden Hinweise.

Tipps zur Knallerei:
- Gebrauchsanweisung genau durchlesen. Sie steht auf jedem Artikel und auf jeder Verpackung.
- Aus der Verpackung nur den Teil entnehmen, der sofort gebraucht wird. Deckel sofort wieder schließen.
- Feuerwerk der Klasse II nur im Freien zünden! Abstand halten. Nie in Nähe leicht brennbarer Gegenstände zünden!
- Schutzkappen erst unmittelbar vor dem Zünden abziehen.
- Feuerwerk nicht in der Hand halten. Nur mit ausgestrecktem Arm zünden und sofort Sicherheitsabstand einnehmen.
- Raketen senkrecht in eine feststehende Flasche stecken, dann erst die Schutzkappe abziehen und zünden.
- "Versager" niemals ein zweites Mal zünden!
- Nie Feuerwerkskörper in Menschengruppen oder nach Menschen werfen.
- Feuerwerk nicht in der Nähe von Krankenhäusern, Alten- und Kinderheimen abbrennen.
- Auf Oberleitungen und auf Dachvorsprünge beim Abschuss achten.
- Dachluken, Fenster und Tore in der Sylvesternacht geschlossen halten.
- Gebäudebesitzer: Ein besonderes Augenmerk auf fehlgeleitete Raketen und "Blindgänger" richten.
- Bei Sturm wegen des Abdriftens auf das Abbrennen verzichten, ebenso nach übermäßigem Alkoholgenuss.
- Achten Sie darauf, dass glühende Teile einer Wunderkerze nicht mit brennbaren Gegenständen in Berührung kommen.
- Batteriefeuerwerk hat wesentlich größere Effektfüllungen. Hier sind die Gebrauchsanweisungen und Sicherheitsabstände ganz besonders zu beachten. Nach dem Zünden rasch entfernen. Wassereimer, Feuerlöscher und evtl. Wolldecke bereithalten!
Was sagt der Gesetzgeber zum Umgang mit Silvesterfeuerwerk?

Der Umgang mit pyrotechnischen Gegenständen aller Art wird durch das Sprengstoffgesetz und die dazu erlassenen Verordnungen geregelt. Pyrotechnische Gegenstände werden entsprechend ihrer Gefährlichkeit in die Klassen P I, P II, P III, P IV, sowie PT 1 und PT 2 unterteilt und erhalten eine Prüfnummer (z.B. BAM P II 398). Für das Silvesterfeuerwerk sind ausschließlich Gegenstände der Klassen P I und P II zugelassen. Die Klasse P I (Kleinst- und Tischfeuerwerk) darf das ganze Jahr über, auch an Minderjährige, verkauft und angewendet werden. Feuerwerkskörper der Klasse P II dürfen nur wenige Tage vor Silvester ausschließlich an Erwachsene verkauft werden. Die Abgabe an Minderjährige ist auch mit schriftlicher Genehmigung der Erziehungsberechtigten nicht erlaubt. Jeder, der mit pyrotechnischen Gegenständen (Ausnahme Klasse P I) umgehen will, benötigt dafür eine behördliche Genehmigung. Ausgenommen davon sind Feuerwerkskörper der Klasse P II im Zeitraum vom 31.12. - 1.1. Für die restliche Zeit des Jahres gilt für den Umgang mit diesen Gegenständen das Sprengstoffgesetz. Dabei sind insbesondere auch die Lagervorschriften für diese Feuerwerkskörper zu beachten. Eine Aufbewahrung in bewohnten Räumen ist dabei grundsätzlich verboten, in unbewohnten Räumen dürfen nur geringe Mengen gelagert werden. Eine Verwendung von Feuerwerkskörpern der Klasse P II außerhalb des o.a. Zeitraumes bedarf einer behördlichen Genehmigung. Eine Zuwiderhandlung stellt eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit Geldbußen bis zu mehreren tausend Euro geahndet werden kann.